Kategorie: Gedanken


  • Hinter vorgehaltener Hand: Über Gerüchte

    Gerüchte sind ein interessantes Alltagsphänomen. Begierig werden diese scheinbaren Informationen tagtäglich erfunden, aufgenommen und weitergetragen – im Alltagsleben wie in der großen Weltpolitik. Konzentrieren wir uns im vorliegenden Text auf das Alltagsleben. Fast jeder und jede nimmt Gerüchte im Alltag von beiläufig interessiert bis begierig auf, gleichzeitig aber ist es sicherlich für niemandem ein angenehmes…

  • Lob des Minimalismus

    Laut aktueller Statistiken besitzt ein Mensch in Deutschland durchschnittlich rund 10.000 Dinge – von der Büroklammer über gut gefüllte Kleider- und Schuhschränke bis hin zu Möbeln und Unterhaltungselektronik. Bei Wohnungsauflösungen werden deshalb oft professionelle Helfer engagiert, die dann teilweise ganze Container mit Sachen füllen, die niemand mehr haben will, weil potentielle Interessenten die zu entsorgenden…

  • Wenn Gift in Form eines Komplimentes daherkommt

    Jeder Mensch bekommt gern Komplimente. Selbst diejenigen, welche sich nach außen hin scheinbar sträuben und damit Bescheidenheit anzeigen wollen. Oftmals ist aber jene Spielart der Bescheidenheit im Grunde nichts weiter als subtil ummantelte Eitelkeit. Komplimente stärken das Gefühl der Zugehörigkeit. Nur durch die Reaktion der Anderen können wir uns selbst erfahren. Wir lernen recht früh,…

  • Warum es bei Kapital nicht nur um Geld geht

    Wenn irgendwo das Wort „Kapital“ zu hören ist, wird meist sofort an Geld gedacht. Dem philosophisch Interessierten kommt vielleicht noch das oft zitierte, aber kaum von jemandem vollständig gelesene, dreibändige Hauptwerk von Karl Marx in den Sinn. Die Verknüpfung mit dem Thema Geld ist nicht verkehrt, aber sie trifft nicht alle Dimensionen dessen, was Kapital…

  • Vom Glück, eine Sache um ihrer selbst willen zu machen

    Seit ich diese Internetseite und den Philosophie-Blog betreibe, werde ich öfters nicht nur danach gefragt, warum ich dies mache, sondern meist ist diese Frage mit einer weiteren verbunden: Was nutzt das? Mit einem dem ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß zugeschriebenen Bonmot lautet die passende Antwort: Eine solche Frage ist schon falsch gestellt. Mir kommt dann…

  • Von der Kunst der Arschkriecherei

    Es tut mir für manchen sprachempfindsamen Leser leid, aber es gibt Themen, da steht das Gebot im Raum, die Sache klar zu benennen und sprachlich eher mit Brechstange als mit Florett zu arbeiten. Die Arschkriecherei ist so ein Thema. Fast alle verachten diesen sozialen Vorgang und sind der Meinung, so etwas selbst niemals zu machen…

  • Mehr Sein, weniger Haben: Über kompensatorischen Konsum

    „Ich kaufe, also bin ich“ – so lautet der Titel eines 2002 erschienenen Buches des französischen Philosophen Pascal Bruckner. Der Titel spielt auf das berühmte Zitat des ebenfalls aus Frankreich stammenden Philosophen René Descartes an: Ich denke, also bin ich – cogito ergo sum. Das Denken soll nach Bruckner heute nicht mehr die Identität des…

  • Das sogenannte Nichts-Tun

    „Dem Geistesmenschen ist das sogenannte Nichtstun ja gar nicht möglich. Ihr Nichtstun allerdings war ein tatsächliches Nichtstun, denn es tat sich in ihnen nichts, wenn sie nichts taten.“(Thomas Bernhard – „Auslöschung. Ein Zerfall“) Von Loriot gibt es einen genialen Sketch im Zeichentrickformat. Ein Mann sitzt bequem im heimischen Sessel, während die Frau in der Küche…

  • Hegel revisited: Die Dialektik der Liebe

    Liebe ist ein vielschichtiger Begriff. Also wie gemacht für philosophische Reflexion. Ein Wort mit vielen Bedeutungen. Die Verwendung des Wortes Liebe kann eine sexuelle Konnotation haben im Sinne von Eros. Oder im Sinne von Philia, wenn von einer engen Verbundenheit und von einer im gegenseitigen Respekt getragenen Liebe die Rede ist. Agape meint die bedingungslose…

  • Ent-Täuschung ist gut

    Wie oft hat man selbst schon gedacht oder vielleicht zu hören bekommen: Ich bin von dir enttäuscht. Dies hat mich enttäuscht. Das hätte ich nie gedacht. Diese Erfahrung war enttäuschend für mich. Von Heidegger lernen Enttäuschung fällt somit unter die negativen Erfahrungen. Mitunter werden deshalb neue Erfahrungen vermieden, weil keine Enttäuschung erlebt werden, weil man…