„Es ist besser in das Klagehaus gehen, denn in ein Trinkhaus; in jenem ist das Ende aller Menschen, und der Lebendige nimmt’s zu Herzen.

Es ist Trauern besser als Lachen; denn durch Trauern wird das Herz gebessert.

Das Herz der Weisen ist im Klagehause, und das Herz der Narren im Hause der Freude.

Es ist besser hören das Schelten der Weisen, denn hören den Gesang der Narren.

Denn das Lachen der Narren ist wie das Krachen der Dornen unter den Töpfen (…)

Ein geduldiger Geist ist besser denn ein hoher Geist.

Sei nicht schnellen Gemütes zu zürnen; denn Zorn ruht im Herzen eines Narren.

Sprich nicht: Was ist’s, daß die vorigen Tage besser waren als diese? denn du fragst solches nicht weislich.

Weisheit ist gut mit einem Erbgut und hilft, daß sich einer der Sonne freuen kann.

Denn die Weisheit beschirmt, so beschirmt Geld auch; aber die Weisheit gibt das Leben dem, der sie hat. (…)

Am guten Tage sei guter Dinge, und den bösen Tag nimm auch für gut; denn diesen schafft Gott neben jenem, daß der Mensch nicht wissen soll, was künftig ist.

Allerlei habe ich gesehen in den Tagen meiner Eitelkeit. Da ist ein Gerechter, und geht unter mit seiner Gerechtigkeit; und ein Gottloser, der lange lebt in seiner Bosheit.

Sei nicht allzu gerecht und nicht allzu weise, daß du dich nicht verderbest (…)

Die Weisheit stärkt den Weisen mehr denn zehn Gewaltige, die in der Stadt sind.

Denn es ist kein Mensch so gerecht auf Erden, daß er Gutes tue und nicht sündige.

Gib auch nicht acht auf alles, was man sagt, daß du nicht hören müssest deinen Knecht dir fluchen.

Denn dein Herz weiß, daß du andern oftmals geflucht hast.“

aus: Lutherbibel 1912, Prediger Salomo, Prediger 7